Wie jeder andere Freiberufler auch muss der Dolmetscher sein Honorar genau kalkulieren.
Dabei muss er die eigene Schmerzgrenze finden, die bei der Deckung sämtlicher Kosten liegt.
Hinzu kommen die Ausgaben für den privaten Lebensunterhalt und für Sonderanschaffungen. Nun wird noch ein Gewinn auf die Summe gelegt. Ein Gewinn muss unbedingt einkalkuliert werden, denn es gibt immer auch wieder Zeiten mit schlechterer Auftragslage, in denen der Gewinn zum Erhalt des Unternehmens und der Bezahlung sämtlicher Kosten herhalten muss.

Die Honorarkalkulation muss seitens des Dolmetschers also so angelegt werden, dass alle Kosten gedeckt sind. Dabei wird von den Kosten ausgegangen, die auftragsunabhängig entstehen und solchen, die pro Auftrag entstehen. Letztere werden dem jeweiligen Kunden direkt auferlegt (Reisekosten, Pauschale für Telefon und Porto, Anschaffung von Informationsunterlagen und ähnliches).
Die auftragsunabhängigen Kosten werden anteilig auf alle Auftraggeber verteilt.
Hierzu zählt etwa die Miete für das Büro, Weiterbildungskosten, Kosten für Strom- und Telefonanschluss und die Ausgaben für diverse Versicherungen.
Auch private Kosten müssen berücksichtigt werden
Aus all diesen Kosten ergibt sich eine Summe.
Diese Summe wird auf alle zwölf Monate eines Jahres verteilt und der jeweilige Betrag muss pro Monat mindestens eingenommen werden. Die Gewinnspanne kann unterschiedlich hoch ausfallen. Wer einen Auftrag annimmt, weil er dadurch auf Folgeaufträge hofft oder weil die Bearbeitung einfach Spaß oder einen Lerneffekt bringt, wird sicherlich auch hin und wieder auf den Gewinn verzichten oder sogar noch unter der eigenen Schmerzgrenze arbeiten. Allerdings muss das bei einem anderen Auftrag wieder hereingeholt werden. Dauerhaft kann niemand zu Dumpingpreisen arbeiten, denn dann stünde schneller als einem lieb ist die eigene Existenz auf dem Spiel.
Bei der Preisfindung sollte auch die Konkurrenz im Auge behalten werden.
Was wird für vergleichbare Leistungen berechnet?
Das ist eine Frage, die sich jeder Neuling in der Branche unbedingt stellen sollte. Pro Jahr ist zudem von einer Preissteigerung auszugehen, die auf die Kunden umgelegt werden muss. Allerdings sollten die Preise nicht stillschweigend erhöht werden, sondern die Kunden müssen darüber informiert werden.
Es besteht dann auch die Möglichkeit, Rabatte anzubieten, denn gerade bei Preiserhöhungen schielen viele Auftraggeber nach der Konkurrenz eines Dolmetschers und versuchen, die benötigte Leistungen günstiger zu bekommen.
