Der Gerichtsdolmetscher
Die Bezeichnung Gerichtsdolmetscher sagt eigentlich schon einiges über den Einsatzort eines Dolmetschers dieser Art aus.
Ein Gerichtsdolmetscher ist für Übersetzungen bei Gerichten und Behörden zuständig. Voraussetzung für eine solche Tätigkeit ist aber, dass der Dolmetscher beeidigt wurde, was je nach Bundesland, in dem er arbeiten möchte, unterschiedlich geregelt ist.
Die einzelnen Bestimmungen der Bundesländer unterscheiden sich hier etwas.
Es gibt auch Ausnahmefälle, in denen ein Dolmetscher tätig wird, der nicht im Vorab vereidigt wurde. Dann wird er durch den der Verhandlung vorsitzenden Richter vereidigt, was sich „Ad hoc“ – Vereidigung nennt.
Beim Gerichtsdolmetschen werden sowohl das Konsekutiv-, das Simultan-, als auch das Flüsterdolmetschen eingesetzt.
Welche Form jeweils verwendet wird, richtet sich nach der jeweiligen Situation der Kommunikation. Wichtig ist, dass der Dolmetscher die benötigte Sprache einwandfrei beherrscht, er muss also sowohl die gehobene Sprache beherrschen, als auch der umgangssprachlichen Verwendung derselben mächtig sein.
Da es in den meisten Sprachen eine Vielzahl verschiedener Dialekte gibt, ist es von Vorteil, wenn der Dolmetscher auch davon die gängigsten kennt und anwenden kann.
Außerdem muss ein Gerichtsdolmetscher die Begriffe aus dem Bereich der Verwaltung und des Rechts kennen, damit er diese einwandfrei übersetzen kann. Eine gründliche Ausbildung mit einer gehörigen Erfahrung in der Praxis ist unabdingbar für die Ausübung des Berufs eines Gerichtsdolmetschers.
Nach der eigentlichen Ausbildung, die meist an einer entsprechenden Fachhochschule oder einer Universität erfolgt, ist daher ein Praktikum in einem Dolmetscherbüro meist Voraussetzung für eine endgültige Beschäftigung als Gerichtsdolmetscher.
Gerichtsdolmetscher unterliegen einer besonderen Ethik ihres Berufes. Sie müssen, gerade bei gerichtlichen Prozessen, unbedingte Verschwiegenheit garantieren.
Außerdem darf in ihren Übersetzungen auf keinen Fall eine gewisse eigene Wertung erkennbar sein, sie dürfen das Gesagte einfach nur so übersetzen, wie sie es auch hören und verstehen.
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